Vom Vindobona bis nach Salzburg

Vindobona – das ist nicht nur der lateinische Name der Stadt Wien, sondern – daran angelehnt, der Name eines über Jahrzehnten verkehrenden Zuges zwischen Berlin und Wien über Prag. An beiden Enden wurde dieser Zuglauf zeitweise noch weiter verlängert. Das erste Mal mit dem „Vindobona“ in Kontakt kam ich im Sommer 2014. Mit meinem besten Freund war ich mit dem Deutschland-Pass unterwegs und auf dem Weg von Dresden nach Berlin. Zufällig erwischten wir damals diesen Zug, der für ein paar Fahrplanjahre den doch beeindruckenden Laufweg Villach – Hamburg hatte und aus ÖBB-Wagen bestand. Über die Historie des Zuges las ich es später. Da war es jedoch zu spät, ihn noch auf dem kompletten Laufweg zu fahren. Ende 2014 wurde der Vindobona nach mehreren Jahrzehnten eingestellt, die Direktverbindung (im Tagesverkehr) zwischen Berlin und Wien entfiel. Damit hätte die Geschichte des Vindobona enden können, doch es kam anders. Mitte 2020, mitten in der Corona-Pandemie, kam der Zug zurück: Als einer der zweistündlichen railjets auf der Relation Prag – Graz von und nach Berlin verlängert wurde. Damit war die Direktverbindung wieder da, mit einem nochmals neuen Endbahnhof – Graz. Zum Einsatz kommt normalerweise ein railjet-Fahrzeug der tschechischen Bahn. Für mich war klar: Jetzt musst du diesen Zug auch endlich mal fahren! Doch die stundenlange Fahrzeit, die während der Pandemie mit stundenlangem Maske-Tragen am Stück verbunden war, hatte mich zunächst abgeschreckt. Als im Laufe des Jahres 2022 die Masken in Tschechien und Österreich gefallen waren, hatte mich die Fahrt aber wieder angelacht. Erst recht, als ich erfahren habe, dass der Vindobona Ende 2022 schon wieder eingestellt werden soll – wegen Bauarbeiten im deutschen Elbtal. So bleibt zu hoffen, dass er danach noch einmal zurückkommt. Es war aber sprichwörtlich letzte Eisenbahn, als ich mich Ende November auf dem Weg nach Berlin machte.

Mit dem Vindobona fahre ich von Berlin über Dresden, Prag und Wien bis Bruck an der Mur. Von dort aus geht es mit der S-Bahn nach Leoben. Ein Intercity bringt mich schließlich nach Salzburg, wo der Tag auf den Schienen endet.

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Arlbergrunde mit Bahn, Bus und zu Fuß

Der Arlberg ist, anders als es der Name vermuten lässt, kein Gipfel. Es handelt sich letztlich um einen Alpenübergang, einen Pass, der das westlichste österreichische Bundesland Vorarlberg von Rest des Landes trennt. Wer von Tirol nach Vorarlberg will, der muss über den Arlberg – über die Passstraße – oder durch den Arlberg – mit dem Zug durch den Eisenbahntunnel zwischen St. Anton und Langen oder per Auto durch den weitgehend parallelen Straßentunnel. Die Region wirbt damit, die Wiege des alpinen Skilaufens zu sein und sie bietet auch landschaftlich unglaublich viel. Die Arlbergstrecke bietet einige spektakuläre Ausblicke, aber in der Mitte der Strecke verschwindet man dann eben für über 10 km im Berginneren – im Arlbergtunnel. Es ist also an der Zeit, sich den Teil des Arlbergs anzuschauen, den man bei der Fahrt durch den Tunnel verpasst.

Die Reise startet in München mit dem EC(E) bis nach Bregenz. Von dort aus geht es mit einem REX bis Feldkirch und dann weiter mit dem EC Transalpin bis nach St. Anton am Arlberg. Es folgt eine Busfahrt nach Langen am Arlberg und anschließend die Wanderung über den Arlbergpass zurück nach St. Anton. Nach der Wanderung geht es weiter mit einem railjet bis nach Innsbruck. Dort unterbreche ich die Reise für eine Stunde und es geht mit dem nächsten Taktzug weiter nach Salzburg, wo der Reisetag endet. Die Tour war Teil einer mehrtägigen Bahnreise. Dies erklärt die unterschiedlichen Start- und Endpunkte. Unterwegs war ich um August 2021.  

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Über die Schwäbische Alb ins Allgäu

Nur wenige Tage nachdem mich mein Weg erstmals ins Donautal geführt hat und ich auch zum ersten Mal in Sigmaringen war (siehe dieser Reisebericht), ging es wieder in die Region. Mir hatte es so gut gefallen, dass ich gerne noch weitere der vielen Strecken rund um die Schwäbische Alb kennenlernen wollte und nach wie vor war Kaiserwetter angekündigt. Geplant hatte ich die Tour nicht im Detail. Ich setzte mich einfach morgens in Köln in den ICE nach Stuttgart und peilte an, irgendwie erneut in Richtung Schwäbische Alb zu fahren. Am Ende hat sich dann folgende Tour ergeben:

Mit dem ICE geht es von Köln nach Stuttgart. Im IRE dann über die schwäbische Alb nach Aulendorf. Von dort mit einer Regionalbahn nach Kißlegg und mit einer weiteren RB nach Hergatz. Es folgt meine Abschiedsfahrt im alex bis Kempten. Von hier aus beginnt die im Reisebericht nicht näher beschriebene Rückfahrt mit dem Regionalexpress nach Ulm und weiter mit dem Fernverkehr nach Köln. Die Fahrt fand Mitte November 2020 statt.

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Vom Schwarzwald bis ins Donautal

Eine der schönsten Bahnstrecken Deutschlands führt durch den Schwarzwald und verbindet Offenburg mit Singen (Hohentwiel) und damit quasi mit dem Bodensee. Regelmäßig führt mich mein Weg über diese schöne Strecke, am liebsten mit dem gleichnamigen IC „Schwarzwald“, der jedoch nur am Wochenende verkehrt. Über eine Fahrt im Winter habe ich hier schon einmal berichtet.  Beim Halt im Bahnhof Triberg ist mir bei den vergangenen Fahrten schon mehrfach der Hinweis zum „Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad“ aufgefallen, einem Wanderweg entlang der Bahnstrecke. Schon lange nahm ich mir also vor, endlich auch mal auf der Schwarzwaldbahn auszusteigen und zu wandern. Genau das habe ich an einem Samstag Mitte November 2020 endlich realisiert. Die Wettervorhersage kündigte Kaiserwetter und nochmals recht milde Temperaturen an, sodass die Bedingungen nicht hätten besser sein können. Aber wenn ich schon dort unterwegs bin, wollte ich nicht einfach auf der gleichen Strecke hin- und zurückfahren, sondern guckte mir eine weitere Strecke aus, die ich noch nicht kannte, die Donautalbahn, über die es auf der anderen Seite des Schwarzwaldes weiter nach Ulm geht. Ich hatte nichts Besonderes erwartet, wurde aber von einer wunderschönen Strecke überrascht, die eine Natur bietet, wie es sie in der Form selten in Deutschland gibt.

Die Anreise erfolgt mit dem Fernverkehr nach Offenburg (hier nicht weiter beschrieben), dann geht es im Regionalexpress auf der Schwarzwaldbahn nach Triberg. Dort steige ich aus, erwandere den Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad und steige drei Stunden später wieder in den Zug ein und fahre weiter Richtung Bodensee und zwar bis Donaueschingen. Hier gibt es direkten Anschluss an den Regionalexpress, der mich bis Sigmaringen bringt. Statt direkt weiterzufahren, unterbreche ich dort die Fahrt für eine Stunde um mir die Hauptstadt des ehemaligen Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen anzuschauen. Anschließend fahre ich weiter auf der Donautalbahn nach Ulm. Die Abreise von dort findet bei Dunkelheit und wieder mit dem Fernverkehr statt und ist auch in diesem Bericht nicht beschrieben.

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Go East! Auf Stippvisite in Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei

 „Ich war noch niemals in Polen, ich war noch niemals in der Slowakei. Fuhr nie in die Hohe Tatra mit einem Zug.“
Bevor diese Umdichtung des Klassikers von Udo Jürgens ausartet, schreibe ich lieber normal weiter: Unsere östlichen Nachbarländer waren bisher eher ein blinder Fleck für mich, abgesehen von mehreren Besuchen und Prag und einem Besuch in Budapest vor ein paar Jahren. Dabei habe ich schon so viele Reiseberichte gelesen, die begeistert von Bahnreisen in diese Länder erzählen. Also musste ich auch dringend mal meinen Horizont nach Osten hin erweitern. Ein paar freie Tage Ende Oktober 2019 ermöglichten mir zumindest eine kleine Tour zum Kennenlernen und zur Orientierung, um dann in Zukunft nach diesen ersten Eindrücken manche Ziele mit etwas mehr Zeit gezielt anfahren zu können. Auch ist Ende Oktober, was die Witterung angeht, sicher nicht der optimale Zeitpunkt, um in unseren Breiten zu verreisen, aber auch zu dieser Zeit will das Fernweh und die Sehnsucht nach Fahrten mit Nachtzügen gestillt werden. So ergab sich folgende Rundreise (oder bessere Zick-Zack-Reise):

Mit dem ICE geht es morgens von NRW nach Berlin und dann weiter mit dem EC nach Warschau. Den Nachmittag und frühen Abend verbringe ich in der polnischen Hauptstadt. Mit dem Nachtzug geht es anschließend weiter nach Budapest. Den Vormittag verbringe ich in der Hauptstadt Ungarns. Nachmittags geht es dann mit dem EC nach Prag. Von dort fahre ich weiter mit dem Nachtzug nach Košice. Tagsüber geht es dann über Štrba, mit Abstecher zur Zahnradbahn nach  Štrbské Pleso, und Žilina nach Pardubice. Nach zwei Nächten im Nachtzug übernachte ich hier im Hotel. Am letzten Reisetag fahre ich mit dem SuperCity (Pendolino) der Tschechischen Bahn nach Cheb, mit dem DB-Regionalexpress nach Nürnberg und von dort aus über Kassel wieder nach NRW.

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