Sechs Stunden ohne Halt: Über verschlungene Wege nach Venedig

Manchmal liest man oder hört von etwas und es lässt einen tagelang nicht mehr los. Eine Woche vor meiner Fahrt nach Venedig saß ich im Zug und blätterte durch die DB Mobil. Auf den letzten Seiten gibt es immer einen Überblick über einige Großbaustellen und die damit verbundenen Fahrplanänderungen. Mein Blick fiel auf die Verbindung München – Innsbruck – Brenner – Norditalien. Dass es Bauarbeiten südlich von Innsbruck gibt und daher die Züge über mehrere Wochen durch den Inntaltunnel (eigentlich nur Güterverkehr) umgeleitet werden und deshalb nicht in Innsbruck halten, war mir bekannt. Was ich noch nicht wusste: Auch südlich des Brenners, so stand es im Heft, werde die Strecke für einige Tage gesperrt. Und dann kam die Info, die mich nicht mehr losließ: Ein Zugpaar werde nicht im Schienenersatzverkehr geführt, sondern großräumig umgeleitet. Dabei handele es sich um das Zugpaar nach Venedig, so die Info in der Zeitschrift. Sofort versuchte ich den Zug an den entsprechenden Tagen im DB Navigator zu finden. Und tatsächlich, es gab ihn: EC 87 sollte bis Wörgl mit den gewohnten Halten fahren und dort um 12.55 Uhr abfahren. Der nächste Halt: Venezia Maestre um 19.26 Uhr. Welche Route der Zug nehmen würde war mir relativ schnell klar: Von Wörgl aus über die wunderschöne Strecke über Zell am See bis Schwarzach-St.Veit, dann über die Tauernbahn, Villach, Tarvisio und Udine nach Venedig. Alternativen gebe es auch kaum. Über sechs Stunden ohne Halt und dann noch diese tolle Strecke – das musste ich einfach machen. Das Ziel des Zuges spielte dabei überhaupt keine Rolle. Aber gegen Venedig konnte ich wenig einwenden. 😉

Mit dem Nacht-IC 2021 geht es von Münster nach Köln. Eine gute Stunde Zeit bleibt mir in der Freitagnacht zum Umstieg, dann geht es mit dem ersten durchgängigen ICE des Tages (zumindest an einem Samstag) von Köln nach München. Zweieinhalb Stunden bleiben mir dort bis zur Abfahrt des EC 87 nach Venedig. In Venedig habe ich viel zu kurze anderthalb Stunden Zeit, ehe ich mit dem nightjet nach München zurückfahre. Bei der weiteren Fahrt zurück wähle ich die Route über Nürnberg und Hannover mit Zwischenstopp in Würzburg. Über Hamm geht es schließlich zurück nach Münster.

Es ist kurz nach Mitternacht am ganz frühen Samstagmorgen, als ich zum Hauptbahnhof in Münster aufbreche. Es gibt durchaus angenehmere Verbindungen über Nacht nach München  (u.a. auch einen nightjet). Da ich aber abends noch einen Termin hatte, wäre ich nicht rechtzeitig losgekommen. So bleibt mir nur diese etwas suboptimale Verbindung mit Umstieg um 3 Uhr morgens. Außerdem bin ich bis zur österreichischen Grenze mit dem DB Sommerticket unterwegs, welches leider nicht im nightjet gilt, sodass dieser Zug (leider) sowieso nicht in Frage gekommen wäre.

Der IC wird mit wenigen Minuten Verspätung angekündigt. In der App gibt es beim Zuglauf den beunruhigenden Hinweis „Erhöhtes Fahrgastaufkommen: Reisende, die noch keine Fahrkarte haben, wählen bitte eine andere Verbindung.“ Der Nacht-IC 2021 ist aus meiner Erfahrung sowieso eine Lotterie. Es gibt durchaus Nächte, in denen die Auslastung vergleichsweise niedrig ist. In anderen Nächten ist der Zug aber gerne einmal bis auf den letzten Platz gefüllt, insbesondere mit Reisenden zu den drei Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Frankfurt (die letzten beiden sind mit einem direkten Anschluss von Köln aus erreichbar). Also stelle ich mich mal wieder auf einen richtig vollen Zug ein, schließlich ist Hauptsaison und auch noch Wochenende. Als der Zug das letzte Mal so voll war, bekam ich immerhin noch einen Klappsitz im Gang eines ex. Interregio-Wagens.

Erstaunt bin ich allerdings, als ich in Münster das Gleis betrete. Nur ganz wenige Reisenden stehen hier bereit. Normalerweise erlebe ich gerade in Münster immer sehr viele Fahrgäste, die einsteigen. Die nächste Überraschung gibt es, als der Zug einfährt: Von hoher Auslastung kann hier niemand sprechen. In jedem Wagen gibt es noch einige freie Plätze. Wie es dieser falsche Hinweis in die App geschafft hat, weiß ich nicht.  Genauso wundere ich mich aber auch über die schwache Auslastung in einer Freitagnacht in der Hauptsaison. Ich suche mir einen Platz im deklassierten 1.Klasse-Großraumwagen mit den schönen roten Plüschsitzen.

Müde bin ich interessanterweise überhaupt nicht und auch in meinem Wagen schläft kaum jemand. Es ist eine entspannte und friedliche Atmosphäre, viele Fahrgäste lesen, manche unterhalten sich (aber tatsächlich sehr leise und rücksichtsvoll – da gibt es nichts zu meckern) und ich fühle mich einfach wohl und habe richtig Lust auf das, was in den folgenden Stunden folgen wird.

Wegen der Bauarbeiten zwischen Dortmund und Hamm fährt der Zug von Münster aus direkt nach Dortmund. Da der Fahrplan offenbar trotzdem nicht großartig geändert wurde, können wir einen großen Teil der Verspätung bis Dortmund aufholen. Auch die weitere Fahrt durch das Ruhrgebiet verläuft entspannt mit (vergleichsweise) wenigen Ein- und Aussteigern. Ich verspüre weiterhin keine Müdigkeit. Pünktlich erreichen wir den Kölner Hauptbahnhof.

Nebenan steht bereits der ICE zur Fahrt nach Frankfurt über beide Flughäfen bereit, auf den die meisten Fahrgäste aus dem IC 2021 umsteigen. Den Zug hatte ich zuletzt im Frühjahr genommen. Den Bericht davon und warum diese Fahrt etwas Besonderes ist, lest ihr hier. Heute warte ich auf den nächsten ICE etwa eine Stunde später, der dann auch nach München durchfährt. Während sich aber nun erst einmal der andere ICE auf den Weg nach Frankfurt macht, bleibt der IC 2021 eine knappe Dreiviertelstunde in Köln stehen, bevor er seine Fahrt in Richtung Koblenz fortsetzt. Ich schlendere den Zug von außen ab, nur noch wenige Fahrgäste verbleiben über Köln hinaus in den Wagen. Das Zugpersonal steht entspannt auf dem Bahnsteig und unterhält sich mit der örtlichen Aufsicht (selbst mitten in der Nacht hat hier in Köln jemand Dienst) und es ist auch hier am Bahnhof eine entspannte Atmosphäre. Nur wenige Menschen sind unterwegs, obwohl Wochenende ist. Kaum betrunkene, pöbelnde, nervende Personen sondern wirklich angenehme Ruhe.

Was mit meinem Schlafrhythmus passiert ist, verstehe ich weiterhin nicht (immer noch keine Müdigkeit zu spüren), dafür bekomme ich nun wieder Hunger. Im Kölner Hauptbahnhof hat aber sogar der Ditsch mitten in der Nacht auf, so gönne ich mir eine Brezel nachts um halb vier. Warum auch nicht? Da ich noch Zeit totschlagen muss, begebe ich mich auf den Bahnhofplatz. Auch hier ist alles entspannt, es ist eine laue und ruhige Sommernacht. Ich drehe eine kleine Runde am Dom vorbei.

Dieses Gebäude ist schon beeindruckend, wenn es so in der Nacht von hellen Strahlern ins Licht gesetzt wird. Und diese Ruhe hier, mal alleine vor dem Dom zu stehen. Irgendwann treibt es mich dann aber zurück zum Bahnhof, wo ich die letzten 20 Minuten auf dem Bahnsteig verbringe. Auf dem Bahnsteig gegenüber wird zunächst der erste ICE des Tages nach Berlin bereitgestellt und mit Getränken und Essen beladen. Dann fährt auch mein ICE ein und wird ebenfalls beladen. Ich finde einen Platz in der Lounge hinter dem Lokführer, bzw. der Lokführerin. Bis Frankfurt fährt uns eine Frau. Ich freue mich immer zu sehen, dass man auch mal Frauen in diesem immer noch typischen Männer-Beruf sieht. Kurz nachdem wir losgefahren sind überkommt mich dann aber doch plötzlich die Müdigkeit. Bis Nürnberg döse ich eigentlich durchgehend, werde nur immer mal wieder kurz wach. Die Fahrt verläuft entspannt, pünktlich und ohne Störungen. Auf der Schnellfahrstrecke zwischen Nürnberg und Ingolstadt rasen wir dann München entgegen.

Gegen 9 Uhr erreichen wir pünktlich den Münchener Hauptbahnhof und ich fühle mich sogar ziemlich fit. Aber vielleicht ist das auch das Adrenalin bei dem, was mich heute noch erwartet.

Zweieinhalb Stunden Zeit habe ich nun bis zur Abfahrt des ECs, ich wollte schließlich genug Puffer einbauen. Würde ich den EC verpassen, könnte ich die Tour auch abrechen, schließlich geht es genau um diesen Zug. Da ich jetzt pünktlich angekommen bin, habe ich gegen zweieinhalb Stunden in München aber auch nichts einzuwenden. Ich mag die Stadt und bin gerne hier. Es ist Samstagvormittag, hunderte Shoppingwillige strömen in die Innenstadt und auch ich drehe (allerdings ohne einzukaufen) eine Runde.

Vielleicht verkläre ich die Situation, weil ich doch übermüdet bin, aber irgendwie fühlt sich das alles gerade so positiv an: Die lebendige Stadt, das tolle Wetter (um diese Uhrzeit noch mit sehr angenehmen Temperaturen) und ich mittendrin. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof komme ich an einer Gruppe Straßenmusikern vorbei. Sie spielen gerade „Dancing Queen“ von Abba. Langsam wird mir die ganze Situation fast zu kitschig.

Zurück am Bahnhof decke ich mich noch mit Proviant für die kommenden Stunden ein (wer weiß, ob der Speisewagen funktioniert, beladen ist und Personal hat).

„Mein“ Zug steht bereits am Bahnsteig. Kurz bekomme ich einen kleinen Schock, denn auf der Anzeige deutet nichts auf die Umleitung hin (selbst Innsbruck Hbf steht im Zuglauf, obwohl der Bahnhof schon seit mehreren Wochen von dem Zug nicht angefahren wird). Ich gehe aber zunächst einmal davon aus, dass die DB es nur mal wieder (leider!) nicht hinbekommt, die Anzeigen richtig zu beschalten. Ich laufe den gesamten Zug ab und setze mich in den ersten Wagen. Es ist ein Großraumwagen.

Kurze Zeit später kommt der der sympathische (österreichische) Zugchef durch den Wagen und verteilt die Reisepläne. Ich frage ihn zur Sicherheit, ob der Zug wirklich die Umleitung fährt. Er bestätigt es mir und ich witzele kurz mit ihm darüber, dass ich den Zug nur deshalb überhaupt fahre.

„Es ist aber auch eine schöne Strecke und lohnt sich“ sagt er zu mir und findet meine Tour offenbar nicht ganz abwegig. Ach ja: Im Reiseplan (der DB) finden sich auch keine Hinweise zur Umleitung des Zuges. Hier steht die normale Route für den kompletten August drin (inklusive Halt in Innsbruck Hbf). Es ist schade, dass es offenbar nicht hinzubekommen ist, alle Auskunftssysteme (Online/App – richtig, Bahnhof – falsch, Reiseplan – falsch) auf einen einheitlichen Stand zu bringen. So sieht die (korrekte) Route des Zuges in der App aus:

Pünktlich fährt der Zug ab und der Zugchef begrüßt uns freundlich und weist auch sofort auf die Umleitung hin. Im ersten Wagen sitzen mit mir noch drei andere Personen. Die Fahrt führt zunächst ohne besondere Ereignisse nach Rosenheim und dann durch das Inntal in Richtung österreichischer Grenze.

Bei Kufstein überqueren wir die Grenze zu Österreich. Dort endet auch die Gültigkeit meines Sommer-Tickets. Für die Weiterfahrt bis Venedig habe ich mir tatsächlich ein Ticket zum Flexpreis bei der Deutschen Bahn gekauft. Günstige Sparpreise waren so kurzfristig nicht mehr zu bekommen, die ÖBB konnten online für den Zug gar keine Fahrkarten verkaufen (vermutlich kam das System mit der Umleitung nicht klar) und bei der Deutschen Bahn hat man im Buchungssystem die Umleitung gar nicht erst eingepflegt (möglicherweise aber absichtlich). Nicht falsch zu verstehen: Der angegebene Fahrplan war korrekt (inkl. der Umleitungsstrecke), der Wegtext in der Flexpreis-Fahrkarte zeigt aber die normale die Route über den Brenner, Bozen und Verona. Der österreichische Zugchef akzeptierte das Ticket jedoch bereits kurz hinter München ohne Einschränkungen und auch über den Preis von ca. 54 Euro für Kufstein – Venedig (Ermäßigung mit der ÖBB Vorteilscard inbegriffen, die man auch im DB-Buchungssystem angeben kann) kann man sich auch absolut nicht beschweren.

Nach dem Halt in Kufstein sagt der Zugchef mehrmals in allen drei Sprachen (Deutsch, Englisch und Italienisch) durch, dass Wörgl der letzte Halt vor Venedig ist und alle Fahrgäste nach Innsbruck und Südtirol in Wörgl bitte umsteigen sollen. In Wörgl angekommen leert sich der Zug dann auch spürbar.

Hier in Österreich wird an den Bahnhöfen die Umleitung übrigens völlig korrekt angegeben. Da kann sich die DB etwas abschauen. Wir haben einige Minuten Aufenthalt, da wir für die Fahrt über Zell am See die Fahrrichtung wechseln müssen und die Lok dafür den Zug umfährt. Das dauert etwas länger als eigentlich geplant, sodass wir Wörgl mit etwa 10 Minuten Verspätung verlassen.

Gott sei Dank hat sich aber während der Standzeit der andere Zugbegleiter die Mühe gemacht (nach mehreren Durchsagen!) nochmal ALLE Fahrgäste im Zug einzeln anzusprechen und sie zu fragen, wohin sie denn fahren möchten. In meinem Wagen spricht er einen Jungen an, der erst in Wörgl eingestiegen ist und mit Kopfhörern abgeschottet im Wagen sitzt. Wohin er denn wolle, fragt der Zugbegleiter. „Nach Bozen“ antwortet der Typ. Der Zugbegleiter schickt ihn sofort (freundlich) nach draußen. Am Ende bleiben wir in meinem Wagen zu zwei, ein Geschäftsmann und ich, die die komplette Umleitung bis Venedig fahren.

Die Situation lässt mich aber auch Minuten später nicht los. Ich verstehe einfach nicht, warum Menschen nicht einmal vor dem Einsteigen vernünftig auf die Anzeigen gucken (in Wörgl war die Umleitung überall korrekt angeschrieben) und sich dann auch noch so mit Musik betäuben, dass sie gar keine Ansagen mehr mitbekommen. Irgendwie hätte ich es ihm gegönnt, wenn er erst einmal bis Schwarzach-St.Veit mitgefahren wäre. Aber vermutlich wäre dann wieder „die Bahn“ schuld gewesen, obwohl er selbst zu blöd war.

Die Fahrt über die Salzburg-Tiroler-Bahn ist auch heute wieder ein Genuss. Es ist schon ein verrücktes Gefühl, durch alle Bahnhöfe durchzufahren, auch durch die, in denen – zumindest tagsüber  – alle regulären Fernzüge auf der Strecke halten. Keine ständigen Durchsagen („Nächster Halt“, „Willkommen“), kein Fahrgastwechsel, einfach nur die pure entspannte Fahrt in diesem Wagen, den wir zu zweit für uns haben.

Nach etwa zwei Stunden wunderbar ruhiger und entspannter Fahrt kündigt der Zugchef einen „Betriebsaufenthalt“ von ca. 10 Minuten in Schwarzach-St.Veit an. Wir können in dieser Zeit gerne auf den Bahnsteig, sagt er. Es ist eine wunderbar familiäre Atmosphäre in diesem Zug, in dem über sechs Stunden lang alle Fahrgäste die Gleichen bleiben.

Für die Fahrt über die Tauernbahn müssen wir nochmal die Fahrrichtung wechseln und die Lok setzt dafür wieder um.

Auch der Zugchef wechselt hier in Schwarzach-St.Veit, schließlich ist er ja bereits seit München auf dem Zug. Es kommt dafür aber ein anderer freundlicher Österreicher an Bord. Nach einigen Minuten (es ging schneller als in Wörgl) ist dann auch die Bremsprobe geschafft und der Zug setzt sich wieder in Bewegung. Ob wir noch verspätet sind? Keine Ahnung! Schließlich sind nirgendwo offiziell die Fahrtzeiten auf der Umleitungsstrecke (also die Haltezeiten für die Betriebshalte) publiziert. Ich habe keine Ahnung, wie viel Puffer im Fahrplan ist. Grob errechne ich mir aber einen recht großen Puffer, ich kenne schließlich die Fahrzeiten anderer Züge auf den entsprechenden Streckenabschnitten. Auch das ist verrückt: Bei über sechs Stunden ohne angegebenen Halt hat man keine Ahnung, wie man im Plan liegt.

Eine Fahrkartenkontrolle findet (logischerweise) auch seit Wörgl nicht mehr statt. Dafür geht es nun durch das Gasteinertal in Richtung Tauerntunnel.

Auch auf dieser Strecke ist es für mich etwas völlig Neues, dass wir einfach durch alle Bahnhöfe fahren. Kurz vor dem Nordportal des Tauerntunnels mache ich mich auf dem Weg durch den Zug zum Speisewagen. Während in den ersten beiden Wagen wirklich wenige Fahrgäste sitzen, sind es in den Wagen in der Mitte des Zuges schon deutlich mehr. Natürlich ist der Zug weit davon entfernt voll oder gar überfüllt zu sein, aber eine beachtliche Anzahl an Fahrgästen macht dann doch diese Umleitung mit. Alle Fahrgäste sind unglaublich entspannt (schließlich muss sich keiner bereitmachen, weil er gleich aussteigt), manche dösen, Familien mit kleineren Kindern spielen Gesellschaftsspiele – diese Atmosphäre hat einfach etwas ganz Spezielles. Im letzten Wagen vor dem Speisewagen sitzt in einem Abteil einer der Zugbegleiter mit seinem Tablet. Vielleicht guckt er einen Film, vielleicht surft er im Internet, schließlich haben die Zugbegleiter auch kaum etwas zu tun, so lange nichts Außergewöhnliches passiert. Keine Durchsagen, keine Fahrkartenkontrolle, keine Fragen von den Fahrgästen.

Im Speisewagen sitzen bereits einige Fahrgäste und speisen, als ich eintreffe. Ein gutes Zeichen: Dann wird Ware da sein und auch alles funktionieren – es ist ja auch eine ÖBB-Speisewagen. Ich kann mir trotzdem noch einen eigenen Tisch sichern und die freundliche Kellnerin eilt bereits heran. Getränk, Frankfurter Würstchen und Salat – warum nicht einmal richtig zuschlagen? (für meine Verhältnisse…)

Das Speisewagen-Personal ist zu viert. Liegt es vielleicht an der langen Fahrt ohne offiziellen Halt, dass immer zwei Leute Pause machen können und so die Arbeitszeiten eingehalten werden? Jedenfalls freue ich mich darüber, dass man den Speisewagen auf dieser Route betreibt. Manch andere Bahngesellschaft würde so eine Umleitung wohl dankbar als Vorwand dafür nehmen, dass der Speisewagen „leider“ heute nicht geöffnet ist.

Während ich speise, fahren wir auf der Tauern-Südrampe hinab ins Mölltal in Kärnten. Leider ist das Wetter hier alles andere als schön. Dicke Regenwolken hängen an den Bergen. Ich genieße die Ausblicke trotzdem.

Der Speisewagen leert sich langsam, offenbar ist die Mittagessenszeit vorbei. Auch ich gehe entspannt zurück nach vorne in meinen Wagen. Auch das ist schön: Man muss sich keine Sorgen um sein Gepäck oder seinen Platz machen, es gibt ja keine Halte.

In Villach umfahren wir dann den Hauptbahnhof über eine Schleife, die normalerweise nur Güterzüge befahren. So geht es direkt zum Westbahnhof. Wir ersparen uns damit einen Fahrrichtungswechsel und mir ermöglicht diese außergewöhnliche Route einen Blick auf die Drau von der anderen Brücke, über die man normalerweise nicht fährt.

Im Villacher Westbahnhof fahren wir dann auf eines der hinteren Gleise (ohne Bahnsteig), auf denen normalerweise Güterzüge zwischengeparkt werden. Wir halten auch kurz an. Sind wir noch verspätet? Ist der Halt hier vorgesehen? Oder wechselt hier vielleicht sogar der Lokführer? Solche Fragen gehen mir gerade durch den Kopf. Wir stehen vielleicht zwei Minuten auf dem Gleis, da fährt auf dem Nachbargleis der Gegenzug (der auch umgeleitet wird) vorbei und dann geht es für uns auch schon weiter.

Vor der Einfahrt in den Grenzbahnhof Tarvisio Boscoverde kündigt der Zugchef einen erneuten kurzen Betriebsaufenthalt an. Sieht man über das kurze Stehen am Villacher Westbahnhof hinweg (quasi auf freier Strecke, nicht am Bahnsteig), sind wir bis hierhin fast vier Stunden mit nur einem Halt in Schwarzach-St.Veit gefahren. Es hat sich schon jetzt gelohnt, hier mitzufahren.

In Tarvisio übernimmt italienisches Personal von Trenord den Zug. Außerdem geht die italienische Polizei kurz durch den Zug. Mir nicken die beiden freundlichen Beamten nur im Vorbeigehen zu und Grüßen mit „Hallo“ (auf Deutsch!). Nach einigen Minuten setzt sich der Zug wieder in Bewegung. Nun geht es zunächst durch die zahlreichen Tunnels der Pontebbana. Nur kurz kommt der Zug dabei zwischendurch aus Tageslicht. Die Ausblicke dann sind aber sehr schön und auch das Wetter wird besser.

Irgendwann fahren wir dann durch Udine und Venedig kommt immer näher. Die Fahrkarten kontrolliert auch der Italiener nicht nochmal. Die Fahrt bleibt entspannt ruhig und wir fahren einfach nur vor uns hin ohne zu halten, zumindest bis kurz nach Udine. Dann scheinen wir hinter einem langsameren Zug zu hängen, denn wir halten in Folge immer wieder auf freier Strecke an, in der Regel vor den Einfahrtssignalen von Bahnhöfen. Durch die Bahnhöfe selbst fahren wir jedoch immer durch.

Ein Blick auf die Karte auf meinem Smartphone mit unserer aktuellen Position und ein Blick auf die Uhr zeigen relativ eindeutig: Wir scheinen viel zu früh dran zu sein. Angenommen, wir wären von Udine nach Venedig durchgeheizt, wir wären vermutlich eine Dreiviertelstunde zu früh in Venedig gewesen. Trotz der ständigen Halte auf freier Strecke erreichen wir Venezia Maestre immer noch zehn Minuten zu früh – den ersten offiziellen und richtigen Halt seit über sechs Stunden, seit Wörgl. Das war die wahrscheinlich entspannteste Fahrt, die ich je in einem Tageszug hatte. Es bräuchte eigentlich viel mehr Fernzüge, die so selten halten. 😉

Wir stehen einige Minuten in Meastre, dann geht es (weiterhin deutlich vor Fahrplan) noch weiter auf die Insel, zum Endbahnhof Santa Lucia.

Die Fahrt über die Brücke im Sonnenuntergang ist unbeschreiblich schön. Bisher war ich nur morgens oder am frühen Nachmittag in Venedig. Den Abend und den Sonnenuntergang habe ich hier noch nie erlebt.

Angekommen in Venezia Santa Lucia. Nebenan ist bereits der thello-Nachtzug nach Paris bereitgestellt.

Da bin ich jetzt also in Venedig. Ich wollte hier gar nicht explizit hin, aber dieser besondere Zuglauf hatte eben dieses Ziel. Aber hätte es ein schöneres Ziel geben können? Ich kann es mir gerade kaum vorstellen…

Leider habe ich hier nun wirklich nur anderthalb Stunden Zeit bis der nightjet nach München abfährt. Das ist alles andere als optimal, schließlich ist so ein längerer Abend in einer italienischen Stadt im Sommer immer herrlich, konnte ich aber nicht ändern. Eine Übernachtung in Venedig und die komplette Rückfahrt am nächsten Tag kam leider nicht in Frage, da ich zu spät nach Hause gekommen wäre.

Aber zunächst denke ich nicht darüber nach, dass ich nur so kurz Zeit hier habe, denn ich will die kurze Zeit ja ausgiebig genießen. Ich drehe eine kleine Runde durch die Stadt, bleibe dabei aber in Bahnhofsnähe.

Nichts wäre schöner, als wenn der Nachtzug jetzt nicht um 21 Uhr, sondern erst um 23 Uhr abfahren würde. Aber ich kann es nicht ändern und begebe mich zurück zum Bahnhof. Der Zug steht in der Dämmerung bereits am Bahnsteig.

Nach München verkehren nur drei Wagen, jeweils ein Sitz-, Liege- und Schlafwagen. Der Zug ist richtig voll. Unzählige Menschen strömen in die Wagen nach Wien und München. In Salzburg werden die Wagen nach Wien abgehangen und fahren dann mit einem anderen Zug nach Wien. Ich habe eine Liege im 6er-Liegewagen gebucht. Normalerweise präferiere ich die 4er-Belegung, da man dann auf die Liege sitzen kann ohne den Kopf einzuziehen. So eine Liege war allerdings bei der Buchung drei Tage zuvor nicht mehr verfügbar. Ich komme in ein Abteil, in dem bereits drei weitere Fahrgäste warten. Ein Herr spricht mich an und fragt mich, ob ich die Liege mit seiner Freundin tauschen kann. Sie sei in einem anderen Abteil und sie würden gerne zusammen in einem Abteil schlafen. Da es sich auch noch um eine untere Liege handelt (mag ich am liebsten), willige ich ein.

Das Abteil ist noch komplett leer, während sich fast alle anderen Abteile schon in Santa Lucia bis auf den letzten Platz füllen. Ich bin gespannt, wann bei mir die anderen Fahrgäste zusteigen. Wenn das Paar keine Plätze mehr im selben Abteil bekommen hat, müssen die anderen Plätze ja auch gebucht sein.

Wir fahren los, wieder über die Brücke und nach wie vor bin ich alleine im Abteil.

Auch in Venezia Maestre steigt kein Fahrgast in mein Abteil. Der sehr freundliche newrest-Steward kommt, ich erkläre ihm kurz den Tausch der beiden Liegen, er hat nichts dagegen und fragt mich noch nach dem Frühstück. Ich frage ihn, wann die anderen Fahrgäste in mein Abteil einsteigen. Er sagt, er habe leider keine Reservierungsliste, aber der Wagen sei so gut wie ausgebucht. Ich prüfe daraufhin spontan im Buchungssystem, bis zu welchem Bahnhof dieses einen Zustieg in den Liegewagen zulässt. Mit Zustieg in Tarvisio kann man noch eine Liege buchen, ab Villach nicht mehr. Damit scheint Tarvisio letzter Zustiegshalt im Liegewagen zu sein. Aber an welchem Bahnhof mögen meine Abteilgenossen denn nun kommen?  Trevisio, Conegliano, Pordenone? – eher unwahrscheinlich, da steigt auch in den Tageszügen kaum jemand ein oder aus. Udine? – möglich! Tarvisio? – zumindest tagsüber sind da auch kaum normale Fahrgäste. Ich warte also mal bis Udine ab, denke ich mir, mache aber schon einmal meine Liege bereit. Die weitere Fahrt genieße ich im dunklen Abteil. Das Licht ist ausgeschaltet und ich kann die Sterne am Himmel sehen. Etwas, was ich normalerweise nur aus dem Schlafwagen kenne, wenn ich alleine bin. Wenn fremde Fahrgäste mit im Abteil sind, dann schaltet man in der Regel nicht das Licht aus um Sterne zu gucken sondern nur, um zu schlafen und dazu zieht man dann auch die Jalousie runter.

Wir erreichen Udine. Der Bahnsteig sieht leer aus. Werde ich tatsächlich alleine bleiben? Vielleicht hatte eine Reisegruppe von fünf Personen gebucht, die (aus welchen Gründen auch immer) nicht zum Zug gekommen ist? Plötzlich klopft es an meinem Abteil. Zu meiner Überraschung ist es der nette Herr mit dessen Freundin ich die Liege getauscht habe. Wir hatten uns kurz nach Venedig schon nett unterhalten und wunderten uns beide, dass mein Abteil so lange leer blieb. Er fragt mich, ob er zu mir ins Abteil kommen kann. Drüben im Abteil mit sechs Personen sei es so stickig und bei mir sei ja nun tatsächlich niemand zugestiegen. Da bei mir die Klimaanlage einwandfrei funktioniert, willige ich ein. Seine Freundin hat nun keine Lust auch nochmal umzuziehen und bleibt daher im anderen Abteil. Somit war der ganze Tausch für die beiden für die Katz und ich habe den Deal des Tages (oder besser der Nacht) gemacht. Kurze Zeit später legen wir uns schlafen und riskieren zunächst mal, dass in Tarvisio nicht doch noch Leute kommen werden. So kommt es dann auch. Den anschließenden Halt in Villach mit Rangiererei (Zugvereinigung mit Zug aus Zagreb) bekomme ich gar nicht mit, ich schlafe tief und fest. Kurz vor der Einfahrt in den Salzburger Hauptbahnhof werde ich dann aber wach, da ich auf die Toilette muss. Das war es dann auch zunächst einmal mit Schlaf. Kurz nachdem ich wieder im Abteil bin, heißt es im Gang laut „Die Bundespolizei – Grenzkontrolle“ und das nachts um kurz nach vier. Ich könnte über diese albernen Grenzkotrollen an der Deutsch-Österreichischen Grenze ein ganzes Pamphlet gespickt mit jeder Menge Schimpfwörtern verfassen, aber die Andeutung soll an dieser Stelle reichen. Immerhin sind die Beamten heute äußerst freundlich und versuchen mit (nett gemeinten) Sprüchen wie „ach kurz nach vier – das ist doch schon fast Aufstehzeit“ zumindest die Stimmung aufzumuntern. Trotzdem sind, das merkt man, in den anderen Abteilen viele Fahrgäste gar nicht begeistert von dieser unnötigen Kontrolle Mitten in der Nacht. Schade, dass man das nicht fahrgastfreundlicher hinbekommen kann, indem man die Fahrgäste im Zug zwischen Rosenheim und München kontrolliert, wenn sowieso alle aufstehen müssen.

Der Spuk geht immerhin nur kurz und dann lege ich mich doch noch einmal zum Schlafen hin. Ich wache irgendwo zwischen Salzburg und Rosenheim wieder auf. Die App zeigt: Wir haben eine Stunde Verspätung. Offenbar hat entweder das Rangieren oder doch die Grenzkontrolle (in einem anderen Wagen) etwas länger gedauert. Mich stört das überhaupt nicht, schließlich hat der Zug sowieso eine ziemlich unchristliche Ankunftszeit von kurz nach sechs in München und wenn es kurz nach sieben wird, dann macht es das durchaus angenehmer. Dazu kommt, dass der Blick aus dem Fenster gerade großartig ist:

Kurze Zeit später halten wir in Rosenheim und ich bekomme mein Frühstück. Es ist nicht üppig, aber ich bin immer wieder begeistert, dass es bei den ÖBB überhaupt Frühstück im Liegewagen gibt.

Mit etwas über einer Stunde Verspätung erreichen wir dann den Münchener Hauptbahnhof.

Unsere drei Wagen hängen vor zwei Wagen aus Rijeka, drei Wagen aus Zagreb und vier Wagen aus Budapest. Sowas nenne ich einen echten Nachtzug!

Diese Lok der Baureihe 120 hat uns von Salzburg nach München gezogen.

Wie geht es jetzt weiter? Ich habe das ehrlich gesagt nicht genau geplant. Ich habe mein Sommerticket mit der Rückfahrt von München nach Münster, dadurch keine Zugbindung und der Wegtext auf dem Ticket lässt neben dem typischen Weg (entweder über Stuttgart oder über Nürnberg nach Frankfurt und dann entweder über die Schnellfahrstrecke oder die Rheinstrecke nach Köln) auch den Weg über Hannover und Hamm zu.

Zunächst treffe ich die Entscheidung, dass ich relativ schnell hier losfahren werde. In München war ich gestern schon zweieinhalb Stunden und nochmal zwei bis drei Stunden brauche ich jetzt heute nicht hier. Größere Unternehmungen in München (und Umkreis) passen mir auch nicht in den Zeitplan, da ich gerne allerspätestens um 20 Uhr in Münster sein möchte, lieber um 18 Uhr.

In wenigen Minuten fährt ein ICE 4 über Nürnberg und Würzburg in Richtung Hannover. Ich gehe zum Zug und stelle fest, dass dieser schon sehr voll ist. Das wundert mich etwas an einem Sonntagmorgen gegen acht Uhr, aber so steige ich nicht ein. Ich bin ja flexibel, dann fahre ich eben doch mal wieder über Frankfurt. Der nächste ICE fährt etwa eine halbe Stunde später. Im ICE 3 setze ich mich in die Lounge und kann bei der Fahrt über die Schnellfahrstrecke Ingolstadt-Nürnberg hinten rausschauen.

Aber auch dieser Zug ist unfassbar voll. Fast alle Plätze in der Lounge sind bereits ab München belegt, im restlichen Zug sieht es auch nicht viel besser aus. Eigentlich wollte ich später noch im Speisewagen essen gehen, da es aber ein noch nicht redesignter ICE 3 ist, hat er auch keinen „echten“ Speisewagen und wer weiß, ob nach dem Gang in den Speisewagen mein Platz noch frei ist? Noch etwas anderes missfällt mir: Es ist unfassbar kalt im Zug. In der Lounge gibt es zwar einen Temperaturregler für die Fahrgäste, der scheint heute aber keinen Effekt zu haben. Mit anderen Worten: Ich habe keine Lust mehr auf die Fahrt und beschließe daher, beim nächsten Halt den Zug zu verlassen. Es ist mittlerweile (in einer Bahnwelt voll mit Zugbindungen) total ungewöhnlich, so eine Flexibilität zu haben, aber heute nutze ich das dann mal aus. Der nächste Halt ist Würzburg und dort war ich auch erst einmal vor über 10 Jahren mit der Familie (ein paar Stunden Pause auf der Fahrt in den Urlaub). Deshalb bekomme ich jetzt richtig Lust darauf, mir nochmal eine Stadt anzuschauen, die ich noch gar nicht gut kenne. Dass ich mir heute Würzburg anschauen werde, ahnte ich vor einer Viertelstunde noch nicht. DAS ist Spontanität. Kurz vor der Ankunft in Würzburg kann ich dann noch eine kleine Parallelfahrt beobachten:

Angekommen in Würzburg

Die Innenstadt beginnt quasi direkt am Bahnhofplatz. Würzburg ist eine wirklich schöne Stadt, stelle ich fest, während ich eine Runde drehe.

Etwa eine Stunde bin ich unterwegs, dann erreiche ich wieder den Hauptbahnhof.  Für die weitere Fahrt beschließe ich nun doch die Route über Hannover zu wählen. Der nächste Zug ist ein ICE 1 und ich hoffe auf einen Platz im Speisewagen.

Der Zug fährt ein und ist ziemlich voll, ich bekomme aber noch einen Platz im Speisewagen. Sofort eilt der sehr freundliche Kellner zu mir an den Tisch und nimmt die Bestellung auf. Ich traue mich einfach einmal meine Bestellung ohne Rückfragen („Funktioniert alles? Alle Ware an Bord?“) aufzugeben und es klappt tatsächlich. Auch das Paar, welches sich noch zu mir an den Tisch setzt, bestellt einfach drauf los und es kommt kein Widerspruch. Ein tolles Erlebnis: Ich sitze im schönten Speisewagen den die Deutsche Bahn hat und es funktioniert offenbar tatsächlich alles, Ware ist an Bord und freundliches Personal auch noch vorhanden. Leider ist das absolut nicht der Normalzustand. Meine letzten fünf (!) Versuche, im Speisewagen der DB etwas zu Essen zu bekommen, scheiterten (2x kein Personal, 1x Klima-Ausfall, 2x nur Getränke). Aber wenn sich etwas so rar macht, dann genieße ich meine Chili con Carne nun umso mehr.

Auch neben dem Speisewagen passt auf dieser Fahrt alles: Wir sind pünktlich, der sehr junge und extrem freundliche und engagierte Zugchef macht nette Durchsagen und wir rasen auf der Schnellfahrstrecke Hannover entgegen.

Obwohl wir sogar an allen Unterwegsbahnhöfen auf der Strecke (Fulda, Kassel und Göttingen) halten, bin ich beeindruckt, wie der „betagte“ Zug mit hoher Geschwindigkeit die Kilometer nur so abspult. Zumindest im Speisewagen muss man das genießen, denn offenbar sind die ICE 1-Speisewagen mit dem Buckel auf dem Dach so kaputt, dass sie bald aussortiert werden.

Viel zu schnell erreichen wir Hannover Hbf:

Nach Hause geht es nun in einem ziemlich vollen ICE bis Hamm und dann mit der eurobahn nach Münster. Um kurz vor sechs erreiche ich meinen Heimatbahnhof und halte für mich fest:

4 Gedanken zu „Sechs Stunden ohne Halt: Über verschlungene Wege nach Venedig“

  1. Ein schöner Bericht! Anfangs wollte der Browser nicht mitmachen, weil die Bilder „unterwegs“ waren, dann ging das Scrollen aber doch.
    Grenzkontrolle mit Aufwecken ist ja eigentlich vor-vorgestern.

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